Hier ist Sanaphantastron!

Die Ressourcen

Sanaphantastron bewegt sich klanglich zwischen Progressive Rock, New Wave und experimenteller Musik. Das Projekt zeichnet sich durch ein außergewöhnliches Instrumentarium aus: Hier trifft klassisches Rock-Equipment auf synthetische Klangerzeugung und experimentelle Eigenbauten. Eine besondere Note erhält der Sound durch den fragmentarischen Einsatz teils unfertiger Software-Relikte aus den 1990er-Jahren, die dem Projekt eine subtile Techno-Ästhetik verleihen.

Verwendete Gitarren

Sanaphantastron bricht mit dem Gear-Fetischismus der Rockmusik. Gitarrist Che Guitare nutzt bewusst preiswerte No-Name-Gitarren und damit deren heute beachtliches Qualitätsniveau. Sein Argument: Die Qualität dieser Einsteiger-Modelle hat die berüchtigten „Hertie-Caster“-Zeiten längst hinter sich gelassen. Durch fachgerechte Justierung und modulares „Modding“ - wie bei der gezeigten Telecaster-Kopie, die aus zwei verschiedenen Billig-Modellen zusammengesetzt wurde - reizt er das Potenzial dieser Instrumente voll aus. Der klangliche Eigensinn dieser Unikate hebt sich bewusst von den klassischen Idealen einer Fender oder Gibson ab und prägt den individuellen Sound des Projekts.

Die eingesetzten Effektgeräte

Che Guitare setzt heute vorwiegend auf das - inzwischen nur noch gebraucht erhältliche - Multi-Effektgerät Zoom G2. Ergänzt wird sein Setup durch ein Volume-Pedal, gelegentliche Boden-Effekte sowie diverse Eigenbau-Geräte. Ein entscheidender Vorteil des klassischen G2 gegenüber neueren Modellen ist die markante, zweistellige Siebensegment-Anzeige: Sie garantiert selbst aus größerer Entfernung auf der Bühne eine optimale Lesbarkeit. Auf moderne Bequemlichkeiten wie automatisches Sound-Naming oder USB-Exports verzichtet er bewusst. Die fehlenden Funktionen des Zoom G2 gegenüber neueren Modellen sieht er nicht als Nachteil; im Gegenteil: Das manuelle Notieren der Parameter in Textdateien diszipliniert ihn dazu, jede Feinjustierung genauestens zu prüfen.

Ein besonderes Highlight seines Setups ist der selbstgebaute Treble-Booster im rustikalen Holzgehäuse. Als Vorverstärker konzipiert, kitzelt er eine markante Höhenanhebung aus dem Signal, die zu einer obertonreichen, aber stets klaren Verzerrung führt. Selbst komplexe Akkorde matschen nicht, sondern bleiben transparent. Ob an echten Röhren-Amps oder in Kombination mit Modelling-Amps: Der Sound überzeugt. Herzstück des Geräts ist ein rauscharmer AC151R-Transistor, der den begehrten Germanium-Vintage-Sound liefert. Wer tiefer in die Technik eintauchen möchte, findet auf der Webseite dl4cs.de neben weiteren Schaltbildern für Eigenbauten mehr zu diesem Thema.




Die verwendeten Synthesizer

Neben einem MS-20 Mini und einem Minilogue XD von Korg nutzt Sanaphantastron ausschließlich virtuelle Synthesizer und Sequenzer, deren Details im Folgenden näher beleuchtet werden.

Synthesizer, Sampler, Sequenzer und Mischpult in einem: Die "Dream Station"

Diese Software-Workstation verbindet virtuelle Analog-Klangerzeugung, einen 32-Spur-Sequenzer sowie vielseitige Stereo-Effekte (Echo, Hall, Chorus, Flanger) mit einem Achtkanal-Mixer. Die seinerzeit als Freeware angebotene Erstversion DS1 besticht durch ihre uneingeschränkte Funktionalität. Trotz fehlender VST-Unterstützung punktet die Workstation mit einem charakterstarken Analog-Modul und der Möglichkeit des Exports im .WAV-Format. Ein entscheidender Vorteil gegenüber der kostenpflichtigen Version 2 besteht in der Option, die gesamte Effekt- und Filtersektion auch auf Samples anzuwenden.

TS404: Virtueller Analog-Synthesizer mit 16-Step-Sequenzer

Mit dieser Freeware können bis zu vier Analog-Synthesizer mit jeweils zwei VCOs, einem LFO, einer VCF-Einheit und ADSR/VCA-Sektion simultan spielen. Neben klassischen Features wie Oszillator-Sync und PWM bietet das Tool Ringmodulation und Echo für experimentelle Klänge. Ein kreativer Pluspunkt ist die Zufallsfunktion für Sequenzen - perfekt, um inspirierende Loops zu generieren, die sich nahtlos als Rohdaten in andere Projekte integrieren lassen.

Synth1: Vielseitiger Software-Synthesizer als VST-Plugin

Der Synth1 basiert funktionell auf dem Clavia Nord Lead 2 Red Synth. Er wurde von Ichiro Toda aus Japan programmiert und ist unter anderem durch SSE-Befehle für geringe CPU-Auslastung ausgelegt. Hier die weiteren Eigenschaften:

SAVIHost verwandelt VST-Plugins in Standalone-Programme

Mit dieser von Hermann Seib aus Österreich programmierten Software lassen sich VST-Instrumente in eigenständige, ausführbare Programme verwandeln. Durch einfaches Umbenennen der savihost.exe in den Namen des jeweiligen Plugins (z.B. synth1.exe) kann dieses direkt in einem eigenen Fenster gestartet werden - vorausgesetzt, beide Dateien befinden sich im selben Verzeichnis. In Kombination mit einem USB-MIDI-Keyboard eignet sich dieses Setup hervorragend für den Live-Einsatz. Für minimale Latenzzeiten ist die Verwendung des ASIO4ALL-Treibers zu empfehlen.




Es sind hier mit Absicht keine Download-Links angegeben, da solche nur schwer aktuell zu halten sind. Auch sollst du von uns nicht auf auf unseriöse Quellen geleitet werden. Bei Interesse also ein Fall für deine Suchmaschine!



Die Verwendung und Bearbeitung von Klängen

Mehr als nur Tonband-Ersatz: Kostenloses Mehrspur-Recording mit Audacity

Wer Musik produziert oder aufnimmt und dabei auf Open-Source-Software setzt, kommt an Audacity kaum vorbei. Der Editor ist weit mehr als ein digitaler Ersatz für klassische Mehrspur-Tonbandgeräte und bietet flexible Möglichkeiten für komplexe Projekte. Ob Gesang über ein Mikrofon oder Instrumente wie die Gitarre per Direktanschluss - Audacity ist das ideale Werkzeug für hochwertige Aufnahmen. Für den Feinschliff stehen zahlreiche integrierte Effekte sowie die Unterstützung für externe Plugins (inklusive VST) zur Verfügung, selbst ein Vocoder ist mit an Bord. Projekte lassen sich flexibel verwalten und in diverse Formate exportieren, selbstverständlich einschließlich MP3.

Wavosaur: Schlanke VST-Zentrale für die schnelle Audiobearbeitung

Wavosaur ist ein kostenloser Audio-Editor spezialisiert auf die Bearbeitung von WAV- und MP3-Dateien. Obwohl das Programm Ähnlichkeiten mit Audacity aufweist, macht es seine spezifische Mischung aus Vor- und Nachteilen zu einer idealen Ergänzung im digitalen Werkzeugkasten. Ein besonderer Pluspunkt: Wavosaur ist vollständig portabel. Die Software besteht lediglich aus einer kompakten EXE-Datei, die ohne Installation oder Registry-Änderungen direkt gestartet werden kann. Trotz der geringen Größe bietet der Editor alle essenziellen Funktionen wie Ausschneiden, Kopieren und Einfügen. Punkten kann Wavosaur vor allem durch die komfortable VST-Plugin-Einbindung, die Unterstützung von ASIO-Treibern für niedrige Latenzen sowie die Bearbeitung von Effekten in Echtzeit. Auch die Arbeit mit Mehrkanal-WAV-Dateien ist problemlos möglich.




Minimalismus mit Low-End-Hardware

In der modernen Musikproduktion herrscht oft der Glaube vor, dass High-End-Rechner ein Muss sind. Doch die Praxis zeigt, dass sowohl bei Studioaufnahmen als auch bei Live-Playbacks bereits mit einfachen Computern Ergebnisse erzielbar sind, die klassischen Profi-Aufnahmen in nichts nachstehen. Selbst in Kombination mit Freeware lässt sich Erstaunliches erreichen, denn Kreativität hängt eben nicht von der Rechenleistung ab.

Ein beachtlicher Teil unseres Materials wurde auf einem Samsung NC10 Netbook realisiert. Unter Windows XP diente dieser kompakte Rechner als Herzstück für das Recording und Abmischen zahlreicher Tracks. Seine Portabilität machte ihn zum idealen Begleiter für mobile Sessions, bei denen der Fokus stets auf dem Wesentlichen lag.

Ergänzt wurde dieser Workflow durch einen klassischen Dell Optiplex GX620. Dieser Büro-Computer im Ultra-Small-Form-Factor (USFF) bewies unter Windows XP sowie unter Linux Mint seine Zuverlässigkeit. Letzteres zeigt dabei besonders deutlich, wie schlanke Open-Source-Systeme selbst älterer Hardware neues Leben einhauchen und sie in stabile Audio-Workstations verwandeln. Diese Kombination aus bewährter Hardware und freier Software beweist: Für ein stimmiges Ergebnis ist das Ohr des Produzenten entscheidend und nicht die Anzahl der Prozessorkerne.

Zwischen Alien-Kuriosität und digitaler Effizienz

Da es auf dem Heimatplaneten von Fahco Labuel keine Musik gab, wäre dort niemand auf die Idee gekommen, Gesangsstimmen künstlich zu erzeugen. Genau dieser Umstand erklärt wohl sein außergewöhnliches Interesse an diesem Bereich des Sounddesigns. Zudem ist er überzeugt, dass solchen Techniken die Zukunft gehört.

Bereits heute ist der künstliche Charakter vieler Hits unüberhörbar: Mittels Autotune und moderner Verfahren werden natürliche Stimmen so lange bearbeitet, bis sie einem künstlichen Ideal entsprechen. Wer es als Vocalist schafft, schon ohne technische Hilfsmittel fast synthetisch zu klingen, hat bei aktuellen Casting-Shows die besten Karten – nicht zuletzt, weil sich so teure Nachbearbeitungskosten einsparen lassen. Das ultimative Einsparpotenzial sieht Fahco jedoch in der konsequenten Fortführung dieser Entwicklung: wenn die Interpreten selbst überflüssig werden und Computer den Gesang vollständig übernehmen.

Synthetische Stimmen: Hohe Sprachqualität und große Gesangshürden

Sogenannte Natural Voices entstehen durch das Sampling realer Stimmen, deren Wörter oder Silben anschließend technisch idealisiert werden. Viele moderne Sprachausgabe-Programme nutzen dieses Prinzip bereits erfolgreich, um täuschend echte und gut verständliche Ergebnisse zu erzielen. Doch was bei der reinen Sprache funktioniert, stößt bei der Generierung von Gesang schnell an Grenzen: Für musikalische Anforderungen ist dieses Verfahren oft zu starr, da die Ausdrucksmöglichkeiten stark eingeschränkt sind und die emotionale Dynamik einer gesungenen Darbietung kaum erreicht wird.

Acapela: Hochwertige Sprachsynthese im Web-Check

Ein bekanntes Beispiel für die Natural-Voice-Methode ist Acapela. Der Sprachsynthesizer lässt sich online in einer kostenlosen Demo-Version testen, die eingegebene Texte direkt in gesprochene Sprache umwandelt. Dabei stehen verschiedene Stimmen und Sprachen zur Auswahl, während sich Parameter wie Geschwindigkeit und Tonhöhe in gewissem Rahmen individuell anpassen lassen. Das Modell ist fair gestaltet: Die Nutzung und das Experimentieren im Browser sind gratis, erst für den Download der fertigen Audiodatei fallen Kosten an.

eSpeak: Vollsynthetische Präzision für Experimentierfreudige

Im Gegensatz dazu setzt eSpeak auf die sogenannte Formantsynthese. Dabei werden Stimmlaute rein synthetisch generiert, was eine enorme Sprachvielfalt bei minimalem Speicherbedarf ermöglicht. Die Sprachausgabe bleibt selbst bei hohen Geschwindigkeiten gut verständlich, erreicht jedoch systembedingt nicht die natürliche Ausgewogenheit der Natural-Voice-Methode.

Technisch gesehen ist eSpeak ein Kommandozeilen-basiertes Programmsystem, das als Open-Source-Software frei genutzt und nach Belieben modifiziert werden kann - eine ideale Basis für kreative Experimente. In Kombination mit Musiksynthesizern und Vocodern lassen sich so nahezu beliebige Gesangsstimmen erschaffen. Das Besondere daran: Tonhöhe und Rhythmus können mit einer mathematischen Exaktheit realisiert werden, die selbst mit aufwendigster Studiotechnik von keinem menschlichen Interpreten jemals erreicht werden könnte.

Die stereotype Refrainstimme des Sanaphantastron-Tracks I Can Sing wurde mit Formantsynthese und anschließender Bearbeitung durch eine Vocoder-Software erzeugt.